Freitag, 21. September 2007
Montag, 17. September 2007
Kurz zum Sonnenaufgang in PARIS (パリでの日の出)
Nach einer 13-Stunden-Nacht mit Air France kam ich um 4.15 Uhr morgens in Paris-Charles de Gaulle an und hatte ganze 8 Stunden Zeit für die Stadt der Liebe, vor dem Weiterflug in die österreichische Heimat..
Und es ist gar so kalt!
(9° C, während es in Tokyo auch nachts noch deutlich über 20° C waren).
Auf meinem ersten Morgenspaziergang wieder in Europa gingen mir hundert Dinge durch den Kopf -
Tokyo ist schön und friedlich, mit seinen vielen kleinen Einfamilienhäuschen und schmalen Gässchen - aber Paris, Europa, oder einfach Montmartre ist ebenso still und ruhig (wenigstens zu dieser Tageszeit), und wie schön ist es, wieder richtige, althergebrachte, europäische Architektur bewundern zu können!
Das ist eine andere Schönheit als Tokyo.
Ich war nicht der einzige Spaziergänger, der stehengeblieben ist, um die Minuten dieses Anblicks zu genießen.
...Aber nicht alles war schön und gut, wieder in die Heimat zurückzukommen..
- "Le métro à Pigalle wa...où...desuka?"
- "Hai", "Sumimasen"
- "Oui, je voudrais acheter kore, onegaishimasu"
Das war es auch, was mir nicht so gefällt im alten Europa, wo die menschliche Gesellschaft vor mehr als 200 Jahren ein Zeitalter der Aufklärung durchgemacht hat..
- Die Menschen hier sind im Umgang miteinander so viel direkter als in meinem niedlichen Japan - nur wenige sind freundlich, wenn man sie nach dem Weg fragt, und oft deuten sie nur kaltschnäuzig in eine Richtung und sagen "hier".
Man ist hier so frei..,
dass in einem Pariser RER-Zug einer einfach eine Ziehharmonika spielt und Geld absammelt (währenddessen in der Tokyoter U-Bahn alles so diszipliniert abläuft),
und 12-jährige Kinder in den ÖBB-Zügen (Österreichische Bundesbahnen) fühlen sich so frei, ihre Handyklingeltöne zu testen während Erwachsene um mich herum in voller Lautstärke mit ihren Freunden telefonieren und ihre Lebensgeschichten erzählen.. **
Hier in Europa ist es so selbstverständlich und offen zu sehen, dass jeder sich selbst am nächsten ist und seine Rechte auszuleben sucht, anstatt Rücksicht auf den (Kontroll-) Blick der Allgemeinheit zu nehmen.. Das war das Schockierendste nach einem Jahr in Japan.
Im Allgemeinen wirkte ich an diesem ersten Tag in Paris etwas verwirrt, verklemmt und über-freundlich auf mich selbst (und vielleicht die Franzosen) - wozu auch die französische Sprache das Ihrige beisteuerte.
Paris kam mir so klein vor im Vergleich zu Tokyo.. -
Die Pariser U-Bahn wirkt wie eine "Bim" (Straßenbahn), wenn da so ein schmales, kurzers Wagerl dahertuckert, ohne großartige Lautsprecher-Ansage (wie in Japan: "Verehrte Kunden,.., seien sie wegen des Spaltes zwischen Zug und Bahnhof vorsichtig beim Einsteigen.." usw.), es sind auch viel weniger Leute in der Pariser Métro, und die Distanzen zwischen einzelnen Stationen wie auch innerhalb einer Station erschienen mir ebenfalls kürzer.
Und als da in der U-Bahn-Station eine Ticket-Durchgangsschranke nicht funktionierte, war niemand da, der einem Haufen Leute helfen konnte, zu ihrem Zug zu gelangen. - Bis man sich selbst behalf.. - In Tokyo dagegen gibt es immer Soforthilfe vom Bahnhofsbeamten für die "verehrten Kunden" (Okyaku-sama), denn an jeder Schranke gibt es mindestens einen, der da sitzt und kontrolliert :-)
Die hohen Preise in Paris und Graz (wie z.B. öffentliche Verkehrsmittel, Getränkeautomaten oder kleine Imbisse) haben mich anfangs ganz schön abgeschreckt,
dafür gibt es hier aber viel leckerere Speisen und Süßigkeiten in den Supermärkten zu kaufen, dass es mir fast schon wieder dekadent vorkommt! Trinkjoghurts hier, verschiedene Teesorten in Japan.. Dasselbe mit der österreichischen Küche: so lecker, aber dekadent..
Was ich aber in Paris und Österreich definitiv viel besser finde als in Japan, das ist die Qualität der Taschentücher und des Klopapiers, das muss man schon sagen. ^^
Donnerstag, 13. September 2007
Offline in Graz, Österreich
Momentan treffe ich viele Freunde nach einem Jahr wieder in Graz, da gibt es viel zu reden, und nebenbei arbeite ich auch wieder einige Tage als Taxifahrer -
es ist schon fast wieder so, als wäre ich nie weg gewesen!
(oben: Edla, unten: Wittmannsdorf).
In meinem Studentenwohnheim hier in Graz ("Katholische Hochschulgemeinde")..
Obwohl einige Dinge hier zu Hause schöner sind als in Japan (andere aber sind auf jeden Fall in Tokyo schöner) bin ich sehr froh, noch einmal (am 24.9.) für viereinhalb Monate nach Japan zurückkehren zu können -
der Traum kann weiter gehen! ^^
Sonntag, 2. September 2007
Ich komm HEIM !! (帰るなあ!)
NILS HOLGERSSON (ニルスのふしぎな旅) - natürlich mit japanischen Anime-Regisseuren - war in meiner ganzen Kindheit wahrscheinlich meine allerliebste Zeichentrickserie -und HIER (LINK !) gehts zum Opening/Intro der Serie auf Deutsch, mit Bild & Ton, wie ich es als kleiner Junge jeden Tag angeschaut habe.. ^^
Ja, alt & weise bin ich geworden, nach 11 1/2 Monaten im fernen Japan, wenn ich am kommenden Mittwoch (5.9.) wieder die Heimat sehen werde :-)
..Sofern alles klappt und gut geht.. Nach einem Abstecher nach Paris, wo ich mich am Mittwoch noch ein paar Stündchen umschauen will, komm ich dann nachmittags in Wien und abends im guten alten Graz in Österreich an! ^^- Aber nur für knapp 3 Wochen! Dann (am 24.9.) geht's wieder zurück ins ferne Japan, bis zum 7. Februar 2008. **
Risa (2. v. l.) hat nämlich eine Grillparty im Kasai-rinkai-Park (葛西臨海公園, zwischen Odaiba und Chiba, nahe dem Tokyo Disneyland) organisiert - und da sind auch die Miki (mitte) und Shizuka (links) gekommen, und noch drei weitere Japaner, die Deutsch studieren. - Natürlich wurde aber großteils auf Japanisch gesprochen ** - außer, wenn ich nicht recht mitkam oder schlichtweg zu faul war :-)
da hab ich mich irgendwo an einem Ort namens Ost-Nagasaki (東長崎) verlaufen (ehe ich dann plötzlich im großen Zentrum Ikebukuro (池袋) herausgekommen bin,
und mit dem Fahrrad bin ich nicht weiter als bis Numabukuro (沼袋) im Nerima-ku (練馬区) gekommen - denn die Straße entlang von kleinen Häuschen und Geschäften geht immer weiter und weiter und weiter im selben Ton, und scheint kein Ende zu nehmen, hier in diesem netten, friedlichen Tokyo (abseits von Shinjuku, Shibuya usw.)..
Ein bisschen JAPANISCH hab ich auch endlich wieder (selbständig) weiter gelernt: 2 Lektionen in meinem Lehrbuch, das wir im Kurs nur halb schaffen konnten, und von dem ich sehr große Stücke halte:
Akira Miura & N. H. Mc Gloin: An Integrated Approach to Intermediate Japanese (中級の日本語). Japan Times, Tokyo 1994.
Man kann mit dem Buch (auf Englisch) in jeder Lektion so viele Mittelstufen-Level-Vokabel und für diese gebräuchlichen Wörter gleich die Kanji dazu lernen,diese kommen dann mitsamt vielen Grammatik-Satzbausteinen pro Lektion in jeweils 3 Beispiel-Gesprächen und einem, wie ein normales japanisches Buch, von rechts oben nach unten geschriebenem, Sachtext beispielhaft zur Anwendung - und dabei kann man auch gleichzeitig Neues über Kultur & Land erfahren! **
Im nächsten Semester will ich hier in Tokyo ja einen 5 mal pro Woche stattfindenden 3-stündigen "Intensive 3"-Kurs an unserer Sophia University absolvieren, um endlich in Japanisch so weit zu kommen, dass ich damit beginnen kann, mich (klarerweise mit Wörterbuch) mit japanischen Zeitungen und Büchern auseinanderzusetzen!
Momentan bin ich beim Zimmer-Räumen und Packen für die Heimreise, und weil mein Wohnhaus ja abgerissen wird..
..aber,
VIELLEICHT DIE GROSSARTIGSTE ERFAHRUNG in den letzten Tagen war das ENGLISCH-UNTERRICHTEN zum 1. Mal in meinem Leben - und zwar (an 2 Tagen)
- an 4 japanische Grundschul-Mädchen im Alter von 8 Jahren,
- an 4 japanische Kleinkinder von 2 / 3 Jahren!!,
- an 2 japanische, so ca. 45-jährige Hausfrauen,
- und an einen schüchternen 13-jährigen japanischen Jungen
Michy-san hat mir (mit meinem Bauern-Englisch :-) ) viel geholfen, und diese Unterrichtsstunden gehören zu meinen innigsten Japan-Erlebnissen in dem ganzen Jahr!
Am einfachsten war die English conversation (英会話) mit den Hausfrauen - da hab ich einfach erzählt und erzählt - und wurde gefragt und gefragt usw. usf. :-)
Aber am faszinierendsten waren die 30 Minuten als Lehrer für die 2-jährigen süßen japanischen Kinderchen (- wo auch eine kleine Yuki dabei war! ^^ - und die Mütter auch). Die Kleinen haben manches sogar besser gewusst als ich, der Lehrer... - so war ich sehr froh, als ich eine Frucht nach dem anderen in die Höhe hielt und sie "cucumber" (Gurke) und "grape" (Traube) von sich aus laut riefen (- und ich es ihnen nicht beibringen musste...^^).
Als das 1-jährige Baby aber gerade mit einer der überall im Raum verstreut ausgelegten (Plastik-) Früchte spielte, konnte ich mir aber eine bösartige Gemeinheit nicht verkneifen und gönnte mir den Spaß, nun nach "lemon" (Zitrone) auszurufen -
wie erwartet stürzten sich alle vier 2-jährigen gleichzeitig und hastig auf den Kleinen und rissen ihm die Zitrone aus den Händchen, um sie mir als richtige Antwort in den Korb zu werfen... Das Baby hat dann geweint (und sich auch den Kopf gleich angeschlagen) - aber das war so witzig, und bald war alles wieder gut.. :-) :-)
Also, bis bald in der Steiermark,
und bis bald wieder in Japan!
ではまた!
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