Dienstag, 6. Februar 2007

LAUSBUBEN-Spaziergang durch Tokyo...

Den machte ich am Freitag, vor dem Ski-Ausflug, mit TATSUMI-"Sama"...
Winterlich bekleidete buddhistische Schützlingsstatuen (Jizō,
地蔵)...












































Und am Ende folgten unter anderem noch Besuche in 2 "MAID-Cafes" in Akihabara..
Sowas Besonderes war das aber gar nicht - außer, dass man, wie im alten Japan, höchst untergeben, mit "Go-shujin-sama, okaerinasai-mase" (ご主人様、お帰りなさいませ) begrüßt wird.. - "Mein Besitzer, schön dass Sie wieder zu Hause sind" oder so!


Sumimasen, momentan versuche ich ein bisschen mit Daniel um die Wette zu bloggen! ;-)

Donnerstag, 1. Februar 2007

Geschafft! Die FERIEN sind da!

Ab heute haben wir mehr als 2 MONATE "Frühlingsferien"! (Haru Yasumi, 春休み)



















Mit so wenig Gepäck hat sich Daniel schon gestern am Eingang zu unserer Gokokuji-U-Bahn-Station (護国寺駅) in den Urlaub verabschiedet.. Er geht für 5 Wochen auf Reisen durch Südostasien, zusammen mit Stefan - von Singapur über Malaysia und Kambodscha in den Norden bis nach Peking!
Und, so uns das Glück hold ist, treffen wir uns Anfang März wieder in Shanghai und Peking!
Daniel will unterwegs bloggen: ihr könnt bei Interesse öfter mal auf seinen Link rechts oben schauen! (Daniel im Wakeijuku, Tokyo)

In den letzten 4 Tagen habe ich mich fast nur im Wakeijuku-Heim verkrochen und mich in meinem Zimmer am Schreibtisch mit der englischen Sprache geschunden: mein 10-seitiges Final Paper über die japanische POLITIK ("1993 - transforming Japanese Politics") ist fertig!
Heute hab ich's, 30 Minuten vor Abgabeschluss, an der Uni eingereicht - der japanische Professor sagte mir: "I appreciated to have you in my class" :-) , und wahrscheinlich hab ich den Kurs bestanden! Jetzt kenn ich mich in der japanischen Politik 10 mal besser aus als in der österreichischen..
(Bild: Ichiro OZAWA - eine Schlüsselfigur der letzten 20 Jahre als Reformer; heute Oppositionsführer).
In meiner Arbeit ging es darum, ob und wie das "1955 system" um 1993 herum zusammengebrochen ist.

Mein FERIENPLAN:
  • 3.-5. Februar: Schi- oder Snowboard Fahren (lernen) in der Gegend von Nagano
  • 9.-14. Februar: mit dem Auto nach HIROSHIMA
  • dann irgendwann nach Kamakura, eine ehemalige Hauptstadt
  • 27. Feb. - 9. März: CHINA-Reise - nach Shanghai (wo ich Zhuo Hao & Sun besuchen möchte, und vielleicht des ersteren Lieblingscousine, die ein Popstar in China ist, kennen lernen kann) und dann mit dem Zug nach Peking (wo ich wir uns alle treffen wollen: Daniel, Stefan, Laura, Sophie und ich)
  • 17./18. März: wahrscheinlich nach Nagoya
  • 25. März - 1. April: Besuch der alten Kulturstädte Japans - Kyoto, Nara, und die zweite Metropole Osaka - mit Esther, die aus Graz kommen wird
Ich hoffe, das meiste davon wirklich umsetzen zu können. Und dazwischen will ich durch Lesen über die Geschichte Chinas, ein bisschen Japanisch lernen, Leute treffen und Filme auf Japanisch schauen der Einsamkeit zuvorkommen.

Ausflug in den STAU

Letzten Samstag wollte ich einfach mal den ganzen Tag mit einem gemieteten Auto durch Tokyo und die Vorstädte fahren, um alles besser kennenzulernen. Ralf, Stefan, Laura und Sophie sind mitgekommen...



















Da sind wir hin geraten, als wir stadtauswärts in die 60 km entfernte Kulturstadt Kamakura fahren wollten! Bis jetzt hatte ich nie den Eindruck, dass der Verkehr in Tokyo so übermäßig schlimm sei - aber an dem sonnigen Samstagnachmittag...

Nach 2 Stunden, auf halbem Wege, waren wir glücklich über eine Mahlzeit in einem Hinterhof eines Supermarktes!

















v.L.: Laura, Sophie, Ralf und Stefan.

Wir kehrten also um, und nach 2 weiteren Stunden im Stau erreichten wir - verrückt nach J-Pop-Musik von Otsuka Ai :-) - wieder Central Tokyo.

















Fotografiert hab ich selbst während dem Fahren.. - wie man sieht, ist in Japan das Lenkrad auf der rechten Seite.

Links: das Navigationssytem, das wir nicht bedienen konnten und uns einfach anzeigt, dass wir uns in Japan befinden...








Rechts: Jetzt telefoniere ich auch schon in Tokyo während dem Fahren - an diesem Tag ist das Auto Fahren in Tokyo endgültig (?) zur Routine geworden. Der Weg nach Hause (sowie zur Autovermietung) lässt sich mit Hilfe der Wegweiser zu den großen Orten in Central Tokyo (wie z.B. Shinjuku = 新宿), und von dort aus mit ein bisschen Ortskenntnissen immer finden!

Es wurde dann noch ein recht schöner Auto-Abend: mit der Überquerung der Rainbow-Bridge (Foto), sowie dem Fahren entlang der Ginza (unteres Foto) - oder, in Shibuya zwischen Hunderten von Passanten bei roter Ampel halb am Zebrastreifen anzuhalten..
Die Polizei übrigens, scheint mir in Japan die Autofahrer nicht sehr streng zu verfolgen, und mehr als höfliche Auskunftgeber für Touristen zu fungieren!
- Und danach, beim Abendessen, haben wir noch gemeinsam einen Frosch verzehrt! Schmeckt ein bisschen so wie Hühnchen :-)

Hier zu Ralf's Blog-Eintrag und Meinung über diesen Tag.

Mein erster HEIRATSANTRAG

(Das hab ich vor ein paar Tagen für die vielen Deutsch studierenden JapanerInnen im "Mixi" in meiner Sprache geschrieben...)
Mein erster Heiratsantrag - ganz offiziell, in der österreichischen Botschaft!

Es fand dort heute eine Ausstellungs-Eröffnung statt, und Karin, "Nobue-lein" und "Helmutchen" standen gerade im Kreis und sprachen darueber, wie man denn österreichischer Staatsbürger werden kann.

Unsere Japanerin kennt sich schon so gut aus mit Österreich, dass man sie schon fast für eine Österreicherin halten kann!

Doch, wenn sie die österreichische Staatsbürgerschaft annehmen möchte, dann dauert das ein halbes Jahr oder so, meinte Karin. - So sagte ich zu Nobue-lein:
"Wenn ma (=wir) heiraten, dann geht's schneller..!" - Und Karin hat sich zwei Minuten lang vor Lachen nicht mehr beruhigen koennen.. 笑 Naja, bei so einem plumpen Heiratsantrag!
Nobue's Antwort? "(Ja), wieso nicht.. :-)"

もちろん楽しい冗談だけでした。(^^) 友だちです。
(= Das war natürlich nur ein lustiger Spaß. Wir sind ja Freunde.)

Dienstag, 23. Januar 2007

Turbulente Zeit

Lernstress - Großmutter! - Sumō

Mitten in der Vorbereitungszeit für meine Prüfungen zum Semesterende ist meine Oma zu Hause mit 88 Jahren verstorben.

Die beiden schwierigsten Prüfungen sind heute gut gegangen.
天国 (Himmel, Paradies) - 50 Kanji-Schriftzeichen habe ich heute Morgen noch mit meinen Augen fotografiert - und so sind es jetzt fast 300, die ich lesen kann (und vielleicht 150 selbst schreiben).
Schreiben, aber auf Englisch, musste ich dann heute auch noch, wie es den japanischen Bauern und Samurai zwischen 1300 und 1830 so ergangen ist (Kurs "Development of Japanese Civilization I").
Weiter geht's am Donnerstag mit der Prüfung über Japanische Grammatik, und bis 1. Februar muss ich noch auf Englisch ein 10-seitiges "Final Paper" über die korrupte Politik Japans verfassen..

All dem zum Trotz war ich am Sonntag mit Takashi (貴志), den ich im Flugzeug kennengelernt habe, zum Final-Tag des aktuellen SUMO-Turniers in Ryōgoku, Tokyo, zu Gast.

Und ganz nebenbei: so lassen sich Japanerinnen auf der Straße in Akihabara, Tokyo, von der Männerwelt fotografieren! Süß, das zählt sehr viel in diesem Land...




















Im Sumō-Ringen leben einige Traditionen der japanischen Kriegerkaste, der Samurai, weiter. Für mich sind die "Rikishi" nun keine Fleischberge mehr, sondern Sportler - denn sie sind meist sehr groß und trotz ihrer 120-250 Kilo sehr beweglich, und im Kampf müssen sie viele Techniken und Standhaftigkeit beweisen.


















Auch die Nationalhymne, "Kimi ga yo", wurde gespielt.

Takashi und ich mit der mächtigen Siegestrophäe...


















...die in die Hände des Großmeisters (= Yokozuna) namens Asashōryū (aus der Mongolei) wanderte - er gewann in dem 2-wöchigen Turnier 14 seiner 15 Kämpfe.

Im letzten Kampf dieses Turnieres besiegte er den 2,03-Riesen Kotoōshū aus Bulgarien, den bisher erfolgreichsten Europäer und Frauenschwarm, indem er (nach meiner Analyse) dessen Oberkörper weit nach unten zu drücken versuchte, um so dessen Schwerpunkt anzugreifen.

















2 andere, bereit zum Kampf. Fotos wie dieses gibt es bei Johannes!

Und beeindruckende Kampf-Videos (wie dieses von Asashoryu) bei Stephan! (weit unten), sowie bei Ralf!




Am Ende des Tages aßen wir zu fünft dann Chanko-nabe, den protein- und fettreichen Eintopf für die Rikishi, um Gewicht anzulegen. - Von LINKS: Aya, Asami, Jun (alles Freunde von Takashi), ich und Takashi.


















An diesem Tag habe ich einmal fast nur Japanisch gesprochen (- das Wörterbuch haben wir aber oft benutzt..) - wie z.B.: Ich: おいしいですね。これを毎日食べたいです!Jun: 毎日食べたら、りきしになります!Und ich: りきしになりましょう!
Am Foto rechts: Jun, Asashoryu und ich :-)








Philipp: Ich freu mich schon auf einen Kampf mit dir im Sommer!!

Dienstag, 9. Januar 2007

Ein paar Hinweise...

  • mit dem "Internet Explorer" gibt's oft so riesige Lücken zwischen einigen Fotos und dem Text - ich bitte dafür um Verzeihung! Schöner sieht alles am Mozilla Firefox aus...
  • falls es momentan zu viel Neues zu lesen und zu wenig Zeit gibt: die für mich bedeutendste Geschichte ist der Eintrag "Wahnsinns-AUSFLUG nach NIKKO !! :-)
  • für Kommentare scheint dieser neue Blog weniger benutzerfreundlich zu sein - am schnellsten geht's als "Anonymous"
  • ein paar Fragen von Mitte Dezember hab ich entweder irgendwie in den neuen Einträgen oder als Kommentare in den damaligen älteren Posts (ganz unten der Link) zu beantworten versucht - danke!
  • über Weblog-Besucher aus meiner Heimat freu ich mich am aller-allermeisten! :-)
Bild: Japans Premierminister seit 26. Sept. 2006: Shinzō ABE (安倍晋三), der in seiner Amtsperiode die Verfassung zu ändern versuchen will, um Japan wieder ein "normales" Militär zu geben - was Japaner in Zukunft Seite an Seite in den Strudel des "kriegsliebenden" US-Präsidenten manövrieren könnte...

Sonntag, 7. Januar 2007

Mit dem SCHIFF durch TOKYO (東京)...

Tokyo ist nicht nur eine Stadt für Autos und U-Bahnen! Doch mit dem Schiff reisen eigentlich nur Touristen...
Mit TATSUMI-"Sama" (meinem "ehrenwerten Herrn Tatsumi" - in Kanji 辰己), einem Japaner von meiner Uni (der ursprünglich aus Sibirien kommt und russische Literatur studiert, und mit dem ich 70% Englisch und 30% Japanisch spreche), habe ich gestern dieses Abenteuer trotz strömenden Regens in Angriff genommen...
Doch auf dem Schiffsdeck war's dann doch trocken und überdacht...













Am Sumidagawa(-Fluss) von Asakusa bis nach ODAIBA durchfuhren wir eine Brücke nach der anderen,..








..und nach dem Umsteigen auf ein anderes Schiff waren wir (bei diesem Wetter) gar die einzigen Fahrgäste..























..bis wir Odaiba und die gewaltige "Rainbow-Bridge" (für mich Tokyo's Golden Gate Bridge) erreichten.



























Odaiba (お台場 - auf Deutsch "Festung"), eine künstlich angelegte Insel in der Bucht von Tokyo (am Pazifischen Ozean), wurde ab 1853 nach Ankunft von Commodore Perry mit seinen "Schwarzen Schiffen" und den damit verbundenen US-Drohungen zur Öffnung Japans für den Welthandel (nach 220-jähriger Isolation) als Kanonenstandort zum Schutz vor einer Invasion errichtet.

Heute ist es ein..
..Unterhaltungs- und Einkaufsgebiet..,

doch mir imponiert am meisten der Ausblick auf die..




Rainbow-Bridge
(mit dem Tokyo Tower - dem Nachbau des Eiffelturms - ganz rechts im Bild beleuchtet..


















Japan als Meister der Imitatoren des Westens! ..Sogar die "Freiheitsstatue" fehlt da nicht..! :-)


















Das kommt ja alles aus der Zeit von ca. 1868 bis Anfang des 20. Jahrhunderts, als das noch feudalistische Japan - von den (damals zu einer Weltmacht erstarkenden) USA schließlich zur Öffnung gezwungen - sich rasant zu modernisieren, industrialisieren und "verwestlichen" begann. Vor allem auch deshalb, um nicht so wie andere ostasiatische Länder kolonialisiert zu werden.. Doch das ist eine andere Geschichte :-)

"Blind Date" zwischen 2 Bloggern :-)

Im Internet hatten sich unsere Wege schon öfters gekreuzt (und auch einmal zufällig in einem Lokal..) - doch heut haben sich RALF (aus Kaiserslautern, D) und ich mal auf den Weg zu einem Treffen in Shinjuku, Tokyo gemacht..
Doch wie schwierig war es, sich an einem unbekannten Ort zu finden, ohne die Handy-Nummern vorher ordentlich auszutauschen..! Unser angepeilter Treffpunkt "Exit 1" existiere nicht, hat man mir vom Bahnhofspersonal gesagt...

Bei einem gemeinsamen Abendessen (das soll jetzt nicht romantisch klingen :-) ) gab's dann jedoch viel über unsere Japan-Erfahrungen auszutauschen, und Ralf hat sich als zuvorkommender und wirklich netter Blogger-Kollege erwiesen!
Da er leider nur mehr bis Ende Februar durch sein Computer-Forschungs-Praktikum in Tokyo sein wird, wollen wir vorher mal was gemeinsam unternehmen!
Das Schwert-Museum nahe von Shinjuku hatte leider nur bis 16.30 geöffnet, und wir kamen zu spät. In Japan sind gibt's ja sogar in vielen Kinos die letzte Vorstellung schon um 19 Uhr!

Ralf's Weblog

Sein Bericht von heute
- da gibt's ein gelungeneres Foto von uns :-)

"Brüder Italiens" !!


.."Fratelli d'Italia" heißt die italienische Nationalhymne...

VIDEO-LINK !!!



..von der nun ein VIDEO mit Live-Gesang von MEINER eigenen Kamera bei "Youtube" (Link) im Internet anzuhören ist!
Das Video entstand in der beschriebenen Neujahrsnacht, dank STEFANO's Gesangstalent, für das sein Landsmann Giulio prompt und gut ersichtlich Almosen einzusammeln begann... :-)

Der Text der Hymne handelt übrigens vom Kampf zur Einigung Italiens in der Mitte des 19. Jahrhunderts (und der "Befreiung" Norditaliens vom damaligen Kaisertum Österreich).