Dienstag, 9. Januar 2007

Ein paar Hinweise...

  • mit dem "Internet Explorer" gibt's oft so riesige Lücken zwischen einigen Fotos und dem Text - ich bitte dafür um Verzeihung! Schöner sieht alles am Mozilla Firefox aus...
  • falls es momentan zu viel Neues zu lesen und zu wenig Zeit gibt: die für mich bedeutendste Geschichte ist der Eintrag "Wahnsinns-AUSFLUG nach NIKKO !! :-)
  • für Kommentare scheint dieser neue Blog weniger benutzerfreundlich zu sein - am schnellsten geht's als "Anonymous"
  • ein paar Fragen von Mitte Dezember hab ich entweder irgendwie in den neuen Einträgen oder als Kommentare in den damaligen älteren Posts (ganz unten der Link) zu beantworten versucht - danke!
  • über Weblog-Besucher aus meiner Heimat freu ich mich am aller-allermeisten! :-)
Bild: Japans Premierminister seit 26. Sept. 2006: Shinzō ABE (安倍晋三), der in seiner Amtsperiode die Verfassung zu ändern versuchen will, um Japan wieder ein "normales" Militär zu geben - was Japaner in Zukunft Seite an Seite in den Strudel des "kriegsliebenden" US-Präsidenten manövrieren könnte...

Sonntag, 7. Januar 2007

Mit dem SCHIFF durch TOKYO (東京)...

Tokyo ist nicht nur eine Stadt für Autos und U-Bahnen! Doch mit dem Schiff reisen eigentlich nur Touristen...
Mit TATSUMI-"Sama" (meinem "ehrenwerten Herrn Tatsumi" - in Kanji 辰己), einem Japaner von meiner Uni (der ursprünglich aus Sibirien kommt und russische Literatur studiert, und mit dem ich 70% Englisch und 30% Japanisch spreche), habe ich gestern dieses Abenteuer trotz strömenden Regens in Angriff genommen...
Doch auf dem Schiffsdeck war's dann doch trocken und überdacht...













Am Sumidagawa(-Fluss) von Asakusa bis nach ODAIBA durchfuhren wir eine Brücke nach der anderen,..








..und nach dem Umsteigen auf ein anderes Schiff waren wir (bei diesem Wetter) gar die einzigen Fahrgäste..























..bis wir Odaiba und die gewaltige "Rainbow-Bridge" (für mich Tokyo's Golden Gate Bridge) erreichten.



























Odaiba (お台場 - auf Deutsch "Festung"), eine künstlich angelegte Insel in der Bucht von Tokyo (am Pazifischen Ozean), wurde ab 1853 nach Ankunft von Commodore Perry mit seinen "Schwarzen Schiffen" und den damit verbundenen US-Drohungen zur Öffnung Japans für den Welthandel (nach 220-jähriger Isolation) als Kanonenstandort zum Schutz vor einer Invasion errichtet.

Heute ist es ein..
..Unterhaltungs- und Einkaufsgebiet..,

doch mir imponiert am meisten der Ausblick auf die..




Rainbow-Bridge
(mit dem Tokyo Tower - dem Nachbau des Eiffelturms - ganz rechts im Bild beleuchtet..


















Japan als Meister der Imitatoren des Westens! ..Sogar die "Freiheitsstatue" fehlt da nicht..! :-)


















Das kommt ja alles aus der Zeit von ca. 1868 bis Anfang des 20. Jahrhunderts, als das noch feudalistische Japan - von den (damals zu einer Weltmacht erstarkenden) USA schließlich zur Öffnung gezwungen - sich rasant zu modernisieren, industrialisieren und "verwestlichen" begann. Vor allem auch deshalb, um nicht so wie andere ostasiatische Länder kolonialisiert zu werden.. Doch das ist eine andere Geschichte :-)

"Blind Date" zwischen 2 Bloggern :-)

Im Internet hatten sich unsere Wege schon öfters gekreuzt (und auch einmal zufällig in einem Lokal..) - doch heut haben sich RALF (aus Kaiserslautern, D) und ich mal auf den Weg zu einem Treffen in Shinjuku, Tokyo gemacht..
Doch wie schwierig war es, sich an einem unbekannten Ort zu finden, ohne die Handy-Nummern vorher ordentlich auszutauschen..! Unser angepeilter Treffpunkt "Exit 1" existiere nicht, hat man mir vom Bahnhofspersonal gesagt...

Bei einem gemeinsamen Abendessen (das soll jetzt nicht romantisch klingen :-) ) gab's dann jedoch viel über unsere Japan-Erfahrungen auszutauschen, und Ralf hat sich als zuvorkommender und wirklich netter Blogger-Kollege erwiesen!
Da er leider nur mehr bis Ende Februar durch sein Computer-Forschungs-Praktikum in Tokyo sein wird, wollen wir vorher mal was gemeinsam unternehmen!
Das Schwert-Museum nahe von Shinjuku hatte leider nur bis 16.30 geöffnet, und wir kamen zu spät. In Japan sind gibt's ja sogar in vielen Kinos die letzte Vorstellung schon um 19 Uhr!

Ralf's Weblog

Sein Bericht von heute
- da gibt's ein gelungeneres Foto von uns :-)

"Brüder Italiens" !!


.."Fratelli d'Italia" heißt die italienische Nationalhymne...

VIDEO-LINK !!!



..von der nun ein VIDEO mit Live-Gesang von MEINER eigenen Kamera bei "Youtube" (Link) im Internet anzuhören ist!
Das Video entstand in der beschriebenen Neujahrsnacht, dank STEFANO's Gesangstalent, für das sein Landsmann Giulio prompt und gut ersichtlich Almosen einzusammeln begann... :-)

Der Text der Hymne handelt übrigens vom Kampf zur Einigung Italiens in der Mitte des 19. Jahrhunderts (und der "Befreiung" Norditaliens vom damaligen Kaisertum Österreich).

Mittwoch, 3. Januar 2007

Prosit 2007 !! Eine Silvesternacht in Japan

Ich war so glücklich, von Giulio (aus Rom) eingeladen worden zu sein, mit ein paar anderen Austauschstudenten zusammen den Silvesterabend mit ihm und seiner italienischen Familie feiern zu können!


















Von LINKS: Barret (aus den USA), Giulio, seine Mutter, Großmutter und Schwester, dann Stefano (auch aus Italien), Olivier (Frankreich), und Giulios Vater.

Zuerst hielten wir das letzte Abendmahl des Jahres in ihrer für 2 Wochen gemieteten Hotel-Wohnung in Roppongi, Tokyo..
Da wurden richtig italienische Speisen (und Wein) aufgetischt - wie z.B. diese Salami und verschiedenste Käsesorten (u.a. Parmesan)





Und gegen Mitternacht fuhren wir per U-Bahn (die in der Silvesternacht zum einzigen Mal im Jahr die ganze Nacht hindurch in Betrieb ist) nach Asakusa zum buddhistischen Sensō-ji (-Tempel;
浅草寺), so wie Hunderttausende andere Japaner auch...



























Laut Wikipedia "Tokyos ältester und bedeutendster Tempel" - aber beim Meiji-Schrein dagegen soll es sogar einen Ansturm von 3 Millionen Japanern gegeben haben!
Feuerwerk sah ich kein einziges um Mitternacht (nur einige Leute haben den Jahresende-Countdown gezählt), und es dauerte fast 2 Stunden, bis auch wir es in der wartenden Menge zum Einlass in den Tempel geschafft hatten.









Giulios Mutter & Schwester, Giulio & Olivier
Wenn ich mal nach Rom komme, möcht ich sie besuchen!










Im Tempel haben wir dann Kleingeld (ich 151 Yen, also 1 Euro) als Opfergabe in hohem Bogen über die Leute hinweg in einen großen Pool geworfen (linkes Foto) (und die Japaner haben dazu kurz gebetet) - sodass der Polizist (im rechten Foto) zur Sicherheit in einen Gitterkäfig musste...
- So knechtet der Buddhismus scheine Schäfchen!

Weitere Silvester- und Neujahrserlebnisse in Japan:
- Ralf
- Stephan: Silvester, Neujahr

Hier unterhalb: mein abenteuerlichster Weblog-Eintrag bisher... :-)
Aber, was ich euch sagen möchte: hier am Blog sieht alles so spannend und aufregend aus - doch gibt es auch einsame Tage, vor allem jetzt in den "Winterferien". Dagegen hilft: Schlafen bis nach Mittag... :-)

Samstag, 30. Dezember 2006

Wahnsinns-AUSFLUG nach NIKKO !!

...am 27. Dezember, mit 2 AUTOS und 13 Leuten!!

Starring:
(in den Hauptrollen):
Daniel und ich als Lenker der beiden Fahrzeuge (die wir wieder gemietet haben)









Die beiden verlässlichen (japanischen) Beifahrerinnen:
Nobue und Yuki, die uns eine große Hilfe waren und uns alle gut unterhalten konnten..













Die internationale Besatzung (am Bild fehlt leider Daniel):

















HINTEN, von links: Ich, Zhuo Hao, "Andy" (Bian), Sun (alle aus China), "Tina" (aus Taiwan), Bao Ping (China)
VORNE, von links: Li (China), Ken und Lisa (aus Kanada), Nobue (Japan), Rita (Taiwan) und Yuki (Japan)

Nach knapp 2-stündiger Autobahnfahrt (140 km nördlich von Tokyo), bei der mir Daniel artig hinterher fuhr, gab's erst mal als Mittagessen zur Stärkung irgendeine lokale Spezialität ("Yuba Donburi") aus Nikkō (日光 - "Sonnenschein" heißt das Städtchen). Mit 13 Leuten wurde es so richtig gesellig! Und unsere Besorgnis, dass ich zu viele Freunde und Bekannte eingeladen habe, war umsonst gewesen.


Meine chinesische Fraktion












Bei den hübschesten Frauen auf unserer Reise war Daniel am beliebt-
esten..





(Yuki und Nobue aus Japan, Lisa aus Kanada mit japanischer Mutter)

















...hier mit seiner Beifahrerin Yuki :-)

Unten: meine beiden "Lieblings-Chinesen" :-) Zhuo Hao (links) und Sun (rechts), die mich auch auf meiner geplanten China-Reise mit Esther im März unterstützen wollen, und mit denen ich ursprünglich hier im Wakeijuku-Heim gemeinsam den Plan für diese Reise gefasst habe.








Das erste Reiseziel war der berühmte Tōshō-gū 日光東照宮 -Schrein, der 1617 für den verstorbenen TOKUGAWA Ieyasu, dem Begründer des Tokugawa-Shogunats der langen und friedvollen "Edo-Zeit" Japans (1603-1867), erbaut wurde und dessen Geist beherbegen sollte.


















Dort, auf dem Schrein-Gelände, ist uns dann wie durch ein Wunder der Italiener Giulio (ebenfalls aus dem Wakeijuku) begegnet, der am selben Tag und zur selben Zeit mit seiner Familie, die auf Besuch in Tokyo ist, diesen Ort aufgesucht hat! Hier am Foto rechts, mit Daniel. Mit Giulios italienischer Familie werde ich übrigens die Silvesternacht feiern dürfen..!!









Ausflugsziel Nr. 2 war der Kegon-Wasserfall, den wir (mit unserer Karawane) am späten Nachmittag bei fürchterlichem kalten Wind erreicht haben..












Den Abend verbrachten wir dann in einem ONSEN (ein öffentliches Bad, das von einer natürlichen heißen Quelle gespeist wird). Man badet dort splitternackt - und Männlein und Weiblein natürlich getrennt. Daher keine Fotos :-)

HEIMFAHRT:
Da vorne fahr ich - aus
Yukis und Daniels
Perspektive..






Doch nun begann das ABENTEUER:
Wir mussten die beiden Autos trennen und hoffen, dass Daniel und ich uns in Tokyo jemals wieder finden werden...!
Denn, damit wir nicht jeden einzelnen der Crew in der Metropole Tokyos nach Hause chauffieren müssen, begab sich Daniel auf schnellstem Weg in Richtung Yotsuya Station in Tokyo, von wo aus seine Leute mit Glück noch die letzten noch fahrenden U-Bahnen erwischen können.
Und ich war gänzlich als "CHINA-EXPRESS" unterwegs, um unsere Taiwanesinnen in den Tokyoter Vorstädten von Saitama in ihrem Wohnheim abzuliefern und dann mit Sun und Bao Ping Daniel und die anderen Wakeijuku-Chinesen nahe unseres Heimes wieder zu treffen - was uns beiden auch wirklich gelang, da unsere Leute es schafften, das Navigationssystem entsprechend zu programmieren!
So jubelten wir mit unseren chinesischen Freunden..
(nach einem wunderbaren mitternächtlichen Gespeise im "Abura-Soba"- Geheimtipp-Lokal)







..bis halb 2 Uhr morgens...

















Zhuo Hao (rote Jacke) und Sun (weiß) haben sich so an unseren Autos erfreut, dass sie ständig in der Sackgasse die 100 Meter nach vor und wieder zurück zu fahren üben wollten... :-) Die Wakeijuku-Pforten waren ja schon (für Autos) geschlossen.

















Der Spaß kannte keine Grenzen....
Bis Daniel und ich dann (um 7.00 Uhr morgens) in aller Früh wieder los mussten, um unsere beiden Schlitten bei "Nippon-Rent a Car" (in Yotsuya) bis 8 Uhr wieder abzugeben.
Für die 3-4 Kilometer durch Tokyo brauchten wir ganze 1 1/2 Stunden, da ich erst so manchen Wegweiser übersah, bis wir dann (uns alle 2 Minuten von einem Wagen in den anderen per Handy anrufend) plötzlich ganz weit im Westen Tokyos wieder auftauchten, wo wir den Weihnachtsabend verbracht hatten...
Aber, wie stolz war ich dann (und was für ein Stein fiel uns vom Herzen!), so ganz ohne Navigationssystem, aus eigener Erfahrung (und mit Daniels Beratungen), in der morgendlichen Rush Hour den richtigen Weg durch Tokyos Straßensysteme gefunden zu haben!!
Nach diesem Wahnsinn für Daniel und mich folgten 3 Stunden Plaudern über alles Erlebte in einem Caféhaus bei wunderbarer Aussicht.

よいお年を!(Yoi otoshi o! - Einen guten Rutsch ins neue Jahr, meine Lieben zu Hause!).
明けましておめでとう!(Akemashte Omedetou! - bedeutet "Prosit Neujahr", am 1.1.).

Hier Daniels ebenso ausführlicher, doch sehr unterschiedlicher Bericht!

Daniel ist viel mehr als ich auf kulturelle Dinge (z.B. im Tōshō-gū-Schrein und Onsen) eingegangen, wirklich lesenswert.